Kurzinformation:

Procalcitonin (PCT) ist eine Vorstufe des Calcitonins. Während Calcitonin nur von den
C-Zellen der Schilddrüse als Reaktion auf einen hormonellen Reiz gebildet wird, wird PCT von verschiedenen Zelltypen zahlreicher Organe als Antwort auf eine, vor allem bakterielle Entzündung sezerniert. In Abhängigkeit des klinischen Hintergrundes kann eine hohe PCT-Konzentration auf eine bakterielle Infektion hinweisen, welche antibiotisch behandelt werden muss.

Septikämien: Das PCT steigt bei Patienten mit einer bakteriellen Infektion früh und spezifisch . Nach erfolgreicher antibiotischer Therapie sinkt der PCT-Spiegel mit einer Halbwertszeit von 24 Stunden schnell wieder auf Normalwerte.

Bei Werten > 0,5 ng/ml besteht die Gefahr einer Sepsis bis hin zu einem septischen Schock.

(Polytraumata, Verbrennungen, Tumoren oder grosse chirurgische Eingriffe können das PCT unabhängig von bakteriellen Infekten ansteigen lassen. Virale Infektionen, Allergien oder Autoimmunerkrankungen hingegen haben keinen Anstieg des PCT zur Folge)

Tiefe respiratorische Infektionen: Etwa 75% der ambulant erworbenen Pneumonien sind viral verursacht. PCT ist ein guter Marker für die Unterscheidung von bakteriellen und viralen Infektionen bei diesen Patienten. Ebenso kann bei Exazerbation einer chronischen Bronchitis über die Antibiotikabedürftigeit entschieden werden.
Bei PCT Werten < 0,25 ng/ml kann auf eine Antibiotikatherapie verzichtet werden, aber eine Verlaufskontrolle sowohl klinisch wie der PCT-Konzentration ist angezeigt.

Bei Werten < 0,1 ng/ml erübrigt sich eine weitere PCT-Kontrolle.

Untersuchungsmaterial: Serum oder Heparinplasma

Preis: Procalcitonin Fr. 72.--

Literatur: Beat Müller et al : Procalcitonin. Schweizerisches Medizin-Forum 21: 388 – 390. 21.5.2008

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