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Kurzinformation:Plesiomonas shigelloides

Definition und Bedeutung: Plesiomonas wie auch Aeromonas werden auf Grund ihrer biochemischen Reaktionen, sowie morphologischen Kriterien zu den Vibrionen gezählt. Molekularbiologische Analysen zeigen aber eine engere Verwandtschaft von Plesiomonas mit den Enterobakterien.
Plesiomonas shigelloides ist die einzige Species des Genus Plesiomonas.

Morphologie und Kultur: Plesiomonaden sind gram-negative und oxidase-positive Stäbchen. Ihre Fähigkeit Energie sowohl aus oxidativem wie auch aus fermentativem Stoffwechsel zu beziehen, haben sie mit den Enterobakterien gemeinsam, was wiederum ein diagnostisches Merkmal darstellt.

Pathogenese und Klinik: Plesiomonas shigelloides wird in erster Linie als Verursacher einer meist wässrigen Diarrhoe beschrieben. Erkrankungen werden gehäuft in den warmen Monaten beobachtet.

In zweiter Linie wird Plesiomonas shigelloides als Sepsis-Erreger bei Säuglingen beschrieben, oft mit Symptomen einer Meningitis.
Die meisten Fälle traten neonatal nach Komplikationen während der Geburt auf.

Diagnose: Zur Identifikation von Plesiomonas dienen in erster Linie biochemiche Methoden.

Therapie: Enteritiden mit Aeromonaden verlaufen überwiegend gutartig und erfordern in der Regel keine Chemotherapie.

Bei beabsichtigter Therapie empfehlen wir ein Antibiogramm vom entsprechenden Isolat durchzuführen.

Co-trimoxazol und Quinolone stehen bei der Therapie im Vordergrund, wobei eine Zunahme von Resistenzen zu beobachten ist.

Epidemiologie: Aeromonaden sind vor allem in Oberflächenwasser verbreitet.

Patientenberatung:

Anmerkung zur Labordiagnose:

Wird auf unserem Auftragsformular unter Stuhl-Infektiologie “Kultur auf übliche pathogene Keime”, sowie ein Auslandaufenthalt vermerkt, suchen wir neben Salmonellen, Shigellen und Campylobacter auch nach Yersinien, Aeromonaden, Plesiomonaden und Vibrionen.

Klinische Angaben und genaue Auslanddestination geben wichtige Hinweise für die Routinediagnostik.