Kurzinformation:Enterocytozoon bieneusi / Encephalitozoon septata (Mikrosporidien)

Vorkommen: Mikrosporidien kommen weltweit vor. Erstbeschreibung in Frankreich bei einer Haitianerin. E. bieneusi ist für 40% der Mikrosporidenbefunde verantwortlich. Die Prävalenz soll bei AIDS-Patienten bei 10% liegen. Endemische Gebiete liegen vor allem in Afrika und Zentralamerika.

Übertragung: Durch die infektiöse Sporenform werden sie fäkal-oral von Person zu Person oder durch verunreinigtes Wasser übertragen.

Inkubation: 1 Woche

Präpatenz: 1 Woche

Mögliche Manifestation: Mikrosporidien können bei immunkomprimierten HIV-Patienten über Monate wässrige Durchfälle verursachen. Extreme Gewichtsverluste, Oberbauchschmerzen sowie Fieber wurden häufig beschrieben. Gleichzeitig können andere opportunistische Erreger auftreten. E. bieneusi-Durchfälle wurden vereinzelt auch bei nicht an AIDS erkrankten Patienten nachgewiesen (Tropenrückkehrer).

Neben intestinalen Beschwerden können auch disseminierte Infektionen mit Befall aller Organe auftreten. Encephalitozoon-Arten werden histologisch durch zelluläre Infiltrate oder granulomatöse Entzündungen charakterisiert .

Therapievorschlag: Eine zuverlässige Therapie ist noch nicht bekannt. Albendazol hat in vitro eine signifikante Wirkung, in vivo trat nur bei ca. 3% der Patienten teilweise eine Besserung ein. Metronidazol und Cotrimoxazol werden disskutiert. Eine definitive Sanierung gelingt somit oft nicht.

Literatur: W. Lang, T. Löscher: Tropenmedizin in Klinik und Praxis, Thieme Verlag, 3. Auflage.
H. Mehlhorn, D. Eichenlaub, T. Löscher, W. Peters: Diagnostik und Therapie der Parasitosen des Menschen, Verlag Gustav Fischer, 2. Auflage.

Kommentar zur Routinediagnostik:

Die Diagnose erfolgt meist durch den Nachweis der Sporen im histologischen Bild oder im SAF-fixierten Stuhl mittels spezieller Färbung. Die Diagnose kann auch durch einen PCR-Nachweis aus Nativstuhl gestellt werden.