• Cryptosporidium spp.

    SAF-Stuhl

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Kurzinformation:Cryptosporidium parvum (Kryptosporidiose)

Vorkommen: Weltweites Vorkommen mit Prävalenzen von 2,2% in Industriestaaten und 8,5% in Entwicklungsländern.

Übertragung: oral, durch Aufnahme von Sporozysten in Fäzes von Tieren bzw. Menschen. Die Kryptosporidiose wird primär als Zoonose angesehen. Die Infektion ist eine Hauptursache der Kälber- und Lämmerdiarrhoe. Über verunreinigtes Trinkwasser kann es zu epidemieartigen Ausbrüchen kommen.

Inkubation: 1-2 Tage

Präpatenz: 2-4 Tage

Mögliche Manifestation: Kryptosporidien sind bei Kindern unter 5 Jahren in Industrieländern bis zu 3% und in Entwicklungsländern bis zu 17% Ursache für akute Diarrhoe und führen hier auch zu anhaltenden Durchfällen.
Da Kryptosporidien bei immunkomprimierten HIV-Patienten nicht spontan eliminiert werden, gehören sie als opportunistische Infektionen zu den AIDS-definierenden Erkrankungen.

Bei immunkompetenten Patienten (Erwachsene und Kinder), treten wässrige, teilweise heftige Diarrhöen auf. Die teilweise mit Krämpfen begleiteten Durchfälle werden meist spontan eliminiert und hinterlassen eine lebenslange Immunität.

Beim AIDS-Patienten variiert die Symptomatik der Diarrhoe von mehreren breiigen, bis 10 und mehr wässrigen Stühlen pro Tag.
Blut- und Schleimausscheidungen sind nicht typisch. Abdominelle Krämpfe sind vermutlich die Folge der oft ausgeprägten Dehydration und Elektrolyt-verschiebung. Der Gewichtsverlust kann bis zu 20% betragen.
Die Schwere des Krankheitsbildes korreliert mit dem Absinken der CD4-Lymphozytenzahl.

Therapievorschlag: Eine sichere Therapie ist nicht bekannt. Von den bei Darmprotozoen wirksamen Mitteln hat sich Paromomycin am ehesten bewährt. Entscheidend ist ein intensiver Wasser- und Elektrolytausgleich verbunden mit oraler Konzentratnahrung. Die Therapie muss bei schweren Diarrhöen wiederholt werden.

Literatur: W. Lang, T. Löscher: Tropenmedizin in Klinik und Praxis, Thieme Verlag, 3. Auflage.
H. Mehlhorn, D. Eichenlaub, T. Löscher, W. Peters: Diagnostik und Therapie der Parasitosen des Menschen, Verlag Gustav Fischer, 2. Auflage.

Kommentar zur Routinediagnostik:

Die Diagnose erfolgt durch den Nachweis der Oozyten im SAF-fixierten Stuhl.
Die Diagnose kann in über 90% der Fälle durch ein bis zwei Stuhluntersuchungen gestellt werden.