• Ei von S. haematobium

    Urinsediment

    © LG1

Kurzinformation:Schistosoma haematobium (Pärchenegel)

Vorkommen: Hauptverbreitungsgebiet ist Afrika südlich der Sahara sowie Arabien und das Nildelta.
Werden alle fünf Unterarten von Schistosomen eingerechnet, leben 500 - 600 Mio. Menschen in 74 Ländern in Endemiegebieten. S. haematobium kommt in 55 Ländern vor.

Die Schistosomiasis stellt weltweit die bedeutendste Wurminfektion dar. Die WHO rechnet mit über 200 Millionen infizierter Personen, wobei derzeit ca. 90 Millionen mit Schistosoma haematobium infiziert sein dürften.

Übertragung: Perkutan, Zerkarien dringen unter Abwurf ihres gegabelten Ruderschwanzes beim Aufenthalt im Wasser in die Haut ein.

Inkubation: Reaktion auf eindringende Zerkarien: 6h bis 2 Tge. Reaktion auf adulte Würmer: 2-10 Monate.

Präpatenz: 9-12 Wochen

Mögliche Manifestation: S. haematobium verursacht die urogenitale Schistosomiasis oder Blasenbilharziose. Abgesehen von einem akuten, fieberhaften Invasionsstadium nach dem gleichzeitigen Eindringen einer grösseren Zahl von Infektionslarven (Zerkarien), umfasst die Schistosomiasis primär chronische Krankheitsbilder, deren Pathogenese direkt oder indirekt eine Folge der Immunreaktion auf die von den Adultwürmern abgelegten Eiern ist.

Therapievorschlag: Praziquantel ist derzeit das Mittel der Wahl bei allen Arten von Krankheitsstadien der Schistosomiasis. Wegen der schlechten Wirksamkeit bei frischen Infektionen (u.a. bei Tropenreisenden) sollte die Therapie erst 2-3 Monate nach dem vermutlichen Infektionszeitpunkt bzw. zu diesem Zeitpunkt wiederholt werden.

Literatur: W. Lang, T. Löscher: Tropenmedizin in Klinik und Praxis, Thieme Verlag, 3. Auflage.
H. Mehlhorn, D. Eichenlaub, T. Löscher, W. Peters: Diagnostik und Therapie der Parasitosen des Menschen, Verlag Gustav Fischer, 2. Auflage.

Kommentar zur Routinediagnostik:

Die Antikörper sind bereits in der präklinischen Phase nachweisbar. Bereits 14 Tge. nach Infektion kann die Zerkarienhüllreaktion (ZHR) positiv ausfallen. Diese ist aber unspezifischer.

Zur Ausschlussdiagnostik bei Patienten mit geringer Befallswahrscheinlichkeit, ist die Serologie die Methode der Wahl.

Die Diagnose wird zusätzlich durch die Identifikation der typischen Eier im Stuhl, seltener im Urin, gestellt.

Bei der Suche nach Wurmeiern muss die Präpatenzzeit der entsprechenden Species mitberücksichtigt werden.