• Yersinia enterocolitica (kl. Kolonie) und Citrobacter freundii

    Kultur: CIN/48h/30°C

    Bildnachweis: LG1
  • Yersinia enterocolitica


    Kultur: CIN/48h/30°C

    Bildnachweis: LG1

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Kurzinformation:Yersinia enterocolitica

Definition und Bedeutung: Zur Gattung Yersinia werden heute 11 verschiedene Arten gezählt, wobei Y. enterocolitica am häufigsten isoliert wird.

Morphologie und Kultur: Zur Familie der Enterobakterien gehörend, handelt es sich um ein gramnegatives, pleomorphes Stäbchen.

Yersinien haben ihr Wachstumsoptimum zwischen 20 - 30 °C. Als anspruchslose Bakterien lassen sie sich leicht kultivieren, jedoch gelingt die morphologische Abgrenzung gegenüber apathogenen Enterobakterien auch mit Spezialmedien wie CIN-Agar nur ungenügend.

Pathogenese und Klinik: Y. pseudotuberculosis und Y. enterocolitica verursachen bei Kindern und Jugendlichen mesenteriale Lymphadenopathien mit Enterocolitis (Pseudoapendicitis). Postinfektiöse Komplikationen wie Morbus Reiter, Erythema nodosum, reaktive Arthritiden sind nicht selten.

Bei 20 % der Infizierten werden extramesenteriale Formen (Sepsen, Lymphadenopathien, lokale Infekte) beobachtet.

Diagnose: Zur Identifikation der Yersinien dienen in erster Linie biochemiche Methoden.

Therapie: Enteritische Yersiniosen verlaufen überwiegend gutartig und erfordern oft keine Chemotherapie. Bei klinisch schwereren Fällen können Co-trimoxazol, Cephalosporine der 2./3. Generation oder Gyrasehemmer gegeben werden.

Bei beabsichtigter Therapie sollte ein Antibiogramm durchgeführt werden.

Epidemiologie: Aus epidemiologischer Sicht sind kranke und latent infizierte Warmblütler das wichtigste Reservoir. Der Mensch nimmt die Keime über Wasser und Lebensmittel per os auf.

Patientenberatung: Y. enterocolitica kann als Zoonose bezeichnet werden. Die Übertragung erfolgt jedoch selten über Direktkontakt (Schweine). Spezielle prophylaktische Massnahmen existieren nicht.

Anmerkung zur Labordiagnose:

Wird auf unserem Auftragsformular unter Stuhl-Infektiologie “Kultur auf übliche pathogene Keime”, sowie ein Auslandaufenthalt vermerkt, suchen wir neben Salmonellen, Shigellen und Campylobacter auch nach Yersinien, Aeromonaden, Plesiomonaden und Vibrionen.

Klinische Angaben und genaue Auslanddestination geben wichtige Hinweise für die Routinediagnostik.

Pathogene Stämme von Yersinien tragen ein Virulenzplasmid. Die in der LG1 isolierten Stämme werden auf vorhandensein dieses Virulenzplasmides untersucht.