• Eier von D. latum

    SAF-Stuhl

    © LG1
  • Ei von D. latum

    SAF-Stuhl

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Kurzinformation:Diphyllobothrium latum (Fischbandwurm)

Vorkommen: D. latum tritt in Eurasien und Nordamerika in Küstennähe auf. Binnengewässer wie der Bodensee sind ebenfalls Verbreitungsgebiet.

Übertragung: durch orale Aufnahme von infektiösen Larven (Plerozerkoiden) in Süss- oder Brackwasserfischen.

Inkubation: 3 Wochen, sofern Symptome auftreten.

Präpatenz: 21-24 Tage (erstes Auftreten von Eiern bzw. Proglottiden im Stuhl.)

Mögliche Manifestation: Ein Befall mit D. latum kann lange Zeit symptomlos verlaufen. Gelegentlich sind uncharakterische abdominale Beschwerden vorhanden. Bei etwa der Hälfte der Infizierten ist der Vitamin–B12–Spiegel reduziert; eine wesentliche Anämie wird jedoch nur bei einem kleinen Teil der Infizerten beobachtet.

Therapievorschlag: Mittel der Wahl ist Praziquantel (Cesol®). Gegebenenfalls Substitution eines Vitamin B12-Mangels. Zur Therapiekontrolle sind mehrfache (mindestens 3) wöchentliche Stuhluntersuchungen empfehlenswert, beginnend frühestens 6 Wochen nach Behandlung.

Cesol® (Merk) ist durch internationale Apotheken zu beziehen.

Literatur: W. Lang, T. Löscher: Tropenmedizin in Klinik und Praxis, Thieme Verlag, 3. Auflage.
H. Mehlhorn, D. Eichenlaub, T. Löscher, W. Peters: Diagnostik und Therapie der Parasitosen des Menschen, Verlag Gustav Fischer, 2. Auflage.

Kommentar zur Routinediagnostik:

Die Infektion wird meist dadurch bemerkt, dass die Bandwurmglieder im Stuhl entdeckt werden. Die möglichen Proglottiden sollten immer zusammen mit den SAF-Stuhl und entsprechendem Vermerk eingesandt werden.

Die Diagnose wird durch die Identifikation der Proglottiden oder häufiger dem Antreffen von Eiern im Stuhl gestellt.

Bei der Suche nach Wurmeiern im Stuhl muss die Präpatenzzeit der entsprechenden Species mitberücksichtigt werden.