• Ei von Taenia spp.

    SAF-Stuhl

    © LG1
  • Ei von Taenia spp.
    Dunkelfeld

    SAF-Stuhl

    © LG1

Kurzinformation:Taenia saginata (Rinderbandwurm)

Vorkommen: T. saginata ist weltweit verbreitet. Die Zahl der Infizierten wird auf 40-60 Mio. geschätzt. Die Adulten bis 10 Meter langen Bandwürmer kommen nur im Dünndarm des Menschen vor. Hohe Prävalenz, bis zu 10%, finden sich in Zentral- und Ostafrika. Die Befallsrate bei Rindern als Zwischenwirt liegt in den Industrieländern meist unter 5%, in einigen afrikanischen Regionen jedoch bis zu 80%.

Übertragung: Verzehr von rohem oder ungenügend gekochtem, zystizerkushaltigem Rindfleisch. Es wird keine Immunität beobachtet. Ein Adultwurm stösst pro Tag 6-9 Proglottiden ab, welche mit dem Stuhl ausgeschieden werden. T. saginata können auch aktiv durch den Anus wandern und werden in der Unterwäsche bemerkt.

Inkubation: 8-12 Wochen (Symptome fehlen z.T. völlig)

Präpatenz: 8-18 Wochen
(erstes Auftreten von Proglottiden im Stuhl).

Mögliche Manifestation: Die Taeniasis zeigt beim Befall mit adulten Bandwürmern wenig ausgeprägte Symptome. Häufigste Anzeichen sind Gewichtsverlust, Verdauungsstörungen, Leibschmerzen, Juckreiz am Anus (infolge des Kriechens der Proglottiden) und heftige Hungergefühle, die mit Perioden von Appetitlosgkeit einhergehen.
Beim Befall mit nur einem Adultwurm sind die Infizierten oft beschwerdefrei.

Therapievorschlag: Mittel der Wahl ist Praziquantel (Cesol®).
Die Heilungsrate beträgt gegen 100%.

Cesol® (Merk) ist durch internationale Apotheken zu beziehen.

Literatur: W. Lang, T. Löscher: Tropenmedizin in Klinik und Praxis, Thieme Verlag, 3. Auflage.
H. Mehlhorn, D. Eichenlaub, T. Löscher, W. Peters: Diagnostik und Therapie der Parasitosen des Menschen, Verlag Gustav Fischer, 2. Auflage.

Kommentar zur Routinediagnostik:

Die Infektion wird meist durch das Entdecken der Bandwurmglieder im Stuhl bemerkt. Die möglichen Proglottiden sollten immer zusammen mit dem SAF-Stuhl und entsprechendem Vermerk eingesandt werden.

Die Diagnose wird durch die Identifikation der Proglottiden und/oder dem Antreffen von Eiern im Stuhl gestellt.

Bei der Suche nach Wurmeiern im Stuhl muss die Präpatenzzeit der entsprechenden Species mitberücksichtigt werden.