• Ei von H. nana

    SAF-Stuhl

    © LG1
  • Ei von H. nana
    (Phasenkontrast)

    SAF-Stuhl

    © LG1

Kurzinformation:Hymenolepis nana

Vorkommen: weltweit, besonders Tropen und Subtropen. Der Zwergbandwurm gilt als häufigster Bandwurm beim Menschen. Die Zahl der Infizierten wird auf 75 Millionen geschätzt. Die Prävalenz ist am höchsten bei Kindern und kann in einigen Gebieten 20% erreichen.

Übertragung: Die direkte fäkal-orale Schmierinfektion von Mensch zu Mensch steht im Vordergrund. Eine Übertragung durch fäkal–kontaminierte Nahrungsmittel und Wasser ist ebenfalls möglich.

Inkubation: 1-4 Wochen

Präpatenz: 2-4 Wochen

Mögliche Manifestation: Leichtere Infektionen sind in der Regel asymptomatisch. Durch die Autoinfektion kann jedoch besonders bei Kindern ein starker Befall mit heftigen Bauchkrämpfen, Durchfällen und Anorexie entstehen. Dann liegt nicht selten eine mässige Bluteosinophilie vor.

Therapievorschlag: Mittel der Wahl ist Praziquantel (Cesol®). Praziquantel wirkt sowohl gegen die Adulten, wie auch gegen die Zystizerkoide in der Darmwand.

Cesol® (Merk) ist durch internationale Apotheken zu beziehen.

Literatur: W. Lang, T. Löscher: Tropenmedizin in Klinik und Praxis, Thieme Verlag, 3. Auflage.
H. Mehlhorn, D. Eichenlaub, T. Löscher, W. Peters: Diagnostik und Therapie der Parasitosen des Menschen, Verlag Gustav Fischer, 2. Auflage.

Kommentar zur Routinediagnostik:

Die Diagnose wird durch Eier im SAF-fixierten Stuhl gestellt.

Bei der Suche nach Wurmeiern im Stuhl muss die Präpatenzzeit der entsprechenden Species mitberücksichtigt werden.