Kurzinformation:Fasciola hepatica (grosser Leberegel)

Vorkommen: Die Fasziolose ist weltweit als Zoonose bekannt.
Die Leberegel parasitieren als Adulte vorwiegend bei Rindern und Schafen. Es wird mit 2,5 Mio. infizierten Menschen gerechnet.

Übertragung: Die relativ seltene Infektion des Menschen erfolgt bei der oralen Aufnahme von Metazerkarien, welche nach einem Zwischenzyklus über Schnecken bevorzugt auf Salaten wie Kresse anzutreffen sind.

Inkubation: 3-12 Wochen

Präpatenz: 3-4 Monate

Mögliche Manifestation: Nach einer Inkubationszeit von etwa 2-3 Wochen treten infolge der Wanderung der Larven Leberentzündungen, Fieber von ca. 38 °C, Appetitlosigkeit, Mattigkeit und Lebervergrösserung auf.
Im Blutbild kann eine sekundäre Anämie mit deutlicher Eosinophilie auf den Befall mit F. hepatica hindeuten.

Symptome des chronischen Stadiums manifestieren sich nach einem völlig variablen Intervall von Monaten bis Jahren nach der Infektion oder sie schliessen sich direkt an das akute Stadium an. Am häufigsten sind chronische oder intermittierende Entzündungen und Obstruktionen der Gallengänge, die zu anhaltenden oder kolikartigen Schmerzen, Fieber, Nausea, Erbrechen und ikterischen Episoden führen können.

Therapievorschlag: Als zuverlässig wirksam und gut verträglich erwies sich in der bisherigen Prüfung nur Triclabendazol. Die klinischen Prüfungen beim Menschen sind noch nicht abgeschlosssen.

Literatur: W. Lang, T. Löscher: Tropenmedizin in Klinik und Praxis, Thieme Verlag, 3. Auflage
H. Mehlhorn, D. Eichenlaub, T. Löscher, W. Peters: Diagnostik und Therapie der Parasitosen des Menschen, Verlag Gustav Fischer, 2. Auflage

Kommentar zur Routinediagnostik:

Die Diagnose wird durch die grossen, meist nur spärlich vorhandenen Eier im Stuhl gestellt. Hinweise auf Essgewohnheiten und Auslandaufenthalte sind hilfreich.

Bei der Suche nach Wurmeiern im Stuhl muss die Präpatenzzeit der entsprechenden Species mitberücksichtigt werden.

Weiter ist in der vorklinischen Phase bereits der Nachweis von Eosinophilie, Leukotytose, erhöhten IgE sowie erhöhte Leberenzyme möglich.