Kurzinformation:Clonorchis sinensis (chinesischer Leberegel)

Vorkommen: Infektionen mit Clonorchis sinensis, Opisthorchis felineus und Opisthorchis viverrini sind vor allem in Ostasien verbreitet. Es wird geschätzt, dass über 50 Mio. Menschen mit kleinen Leberegeln infiziert sind.

Übertragung: Reservoir sind der Mensch und zahlreiche fischfressende Säugetiere. Der Mensch ist vor allem in Regionen mit hoher Prävalenz das wichtigste Reservoir. Die Metazerkarien werden oral durch Verzehr von rohem Fisch aufgenommen.

Inkubation: Bei starkem Befall 2 Wochen, sonst auch symptomlos.

Präpatenz: 2 Wochen

Mögliche Manifestation: Die Symptomatik der Erkrankung und ihr Verlauf ist abhängig von der Anzahl der aufgenommenen Würmer. Ein akutes Stadium manifestiert sich somit nur, wenn gleichzeitig eine grössere Anzahl von Metazerkarien aufgenommen werden. 1 bis 3 Wochen nach Genuss von massiv befallenem Fisch können Fieber, Durchfälle und epigastrische oder rechtsseitige Oberbauchbeschwerden auftreten.

Im primär häufigeren, chronischen Stadium kommt es abhängig von der Infektionsstärke nur bei einem Teil der Infizierten zu Krankheitserscheinungen. Uncharakteristische Symptome sind Meteorismus und Verdauungsstörungen. Bei schwerem Befall und fortschreitenden pathologischen Veränderungen können variables Fieber, eine zunehmende Hepatomegalie und abdominale Schmerzen auftreten, die meist im rechten Oberbauch und im Epigastrium lokalisiert sind. Typisch ist auch das Auftreten von Episoden kolikartiger Schmerzen im Epigastrium oder im rechten Oberbauch.

Therapievorschlag: Mittel der Wahl ist Praziquantel. Die Heilungsrate liegt zwischen 90 und 100%.

Literatur: W. Lang, T. Löscher: Tropenmedizin in Klinik und Praxis, Thieme Verlag, 3. Auflage
H. Mehlhorn, D. Eichenlaub, T. Löscher, W. Peters: Diagnostik und Therapie der Parasitosen des Menschen, Verlag Gustav Fischer, 2. Auflage

Kommentar zur Routinediagnostik:

Die Diagnose kann durch den Nachweis der typischen Eier im Stuhl gestellt werden.
Hinweise auf entsprechende Essgewohnheiten sind hilfreich.

Bei der Suche nach Wurmeiern im Stuhl muss die Präpatenzzeit der entsprechenden Species mitberücksichtigt werden.