• Larve von
    S. stercoralis

    SAF-Stuhl

    © LG1
  • Larvenkultur von
    S. stercoralis

    Nativstuhl

    © LG1

Kurzinformation:Strongyloides stercoralis (Zwergfadenwurm)

Vorkommen: Feucht-warme Gebiete der Subtropen, Tropen bis in die gemässigte Zonen. Gegen 100 Millionen sollen infiziert sein.

Übertragung: Die Erstinfektion erfolgt durch aktives Eindringen filariformen Larven in die Haut. Strongyloides-Larven benötigen feucht-warme Böden, entsprechend ist ihr Verbreitungsgebiet charakterisiert.

Inkubation: 12-18 Stunden bei Hautreaktion, 1 Woche bei Lungenreaktion, 2 Wochen bei Darmsymptomatik.

Präpatenz: 14-21 Tage nach perkutanem Eindringen.

Mögliche Manifestation: Während der Larvenwanderung durch die Lunge kann es zu Bronchitis und Bronchopneumonie kommen. Bei Eintritt von S. stercoralis in den Darmbereich (nach der Herz-Lungen-Schlund-Passage) kommt es zu abdominalen Symptomen. Je nach Befall finden sich anhaltende Diarrhöen (z.T. blutig-schleimig) sowie Obstipation, abdominale Schmerzen, allgemeine Mattigkeit und Gewichtsverlust.

Das Blutbild zeigt gleichzeitig eine starke Eosinophilie, eine Leukozytose und Anämie. Bei Massenbefall durch wiederholte Autoinfektionen bei Immunsuppression sind lebensbedrohliche Komplikationen nicht selten.

Therapievorschlag: Mittel der Wahl ist Albendazol. Wegen der Häufigkeit von Autoinfektionen sollte die Therapie nach ca. 3 Wochen wiederholt werden.

Wegen teratogener und embryotoxischer Effekte im Tierversuch sollte Albendazol nicht im ersten Trimester einer Schwangerschaft gegeben werden.

Die rechtzeitige Erkennung und Behandlung der Infektion, gegebenenfalls vor einer immunsuppressiven Therapie, ist von besonderer Wichtigkeit.

Literatur: W. Lang, T. Löscher: Tropenmedizin in Klinik und Praxis, Thieme Verlag, 3. Auflage.
H. Mehlhorn, D. Eichenlaub, T. Löscher, W. Peters: Diagnostik und Therapie der Parasitosen des Menschen, Verlag Gustav Fischer, 2. Auflage.

Kommentar zur Routinediagnostik:

Die Diagnose erfolgt durch den Nachweis der Larven im Stuhl. In SAF-fixierten Stühlen können Strongyloides-Larven nicht mit der nötigen Sensitivität gefunden werden. Gute Resultate bringt eine Kultur der Larven, die durch die Wanderung in halbfesten Nährböden sichtbar gemacht werden. Dazu benötigen wir Nativstuhl mit entsprechendem Vermerk. Oft liefern serologische Parameter Hinweise auf eine mögliche Infektion mit Strongyloides.

Zur Vermeidung von Infektionen bei Labor- oder Krankenhauspersonal müssen Vorsichtsmassnahmen gegen einen Kontakt mit larvenhaltigem Stuhl oder Sputum getroffen werden.

Mehrfache Kontrolluntersuchungen (Stuhl, Blutbild) über einen längeren Zeitraum sind empfehlenswert.