• Ei von A. duodenale

    SAF-Stuhl

    © LG1
  • A. duodenale

    schlüpfende Larve

    SAF-Stuhl

    © LG1

Kurzinformation:Ancylostoma duodenale (Hakenwurm)

Vorkommen: Hakenwurminfektionen sind weltweit in tropischen und subtropischen Gebieten verbreitet. Es wird mit 1,3 Mrd. Infizierten gerechnet. Die Prävalenz beträgt in einigen Gebieten bis 90%.

Übertragung: Die einzige Infektionsquelle ist die Kontamination der Umgebung mit menschlichen Fäkalien. Die Penetration der Haut erfolgt aktiv, vorwiegend an den Füssen und im Knöchelbereich, beim Barfusslaufen auf kontaminierten Böden.

Inkubation: Wenige Stunden nach Eindringen zeigt sich eine Dermatitis, etwa 2 Wochen nach der Infektion beginnt die Darmsymptomatik.

Präpatenz: 5-6 Wochen

mögliche Manifestation: Weniger als 30 Würmer der zweiten Unterart N. americanus, die etwa pro Tag 0,03 ml Blut je Einzeltier saugen, bleiben unbemerkt. Ein Befall mit 100–500 Würmern führt hingegen zu deutlichen Symptomen.
In der Eindringphase treten Juckreiz, oft auch Papelbildung, auf. Bei der Lungenpassage werden Bronchitis, Lymphknotenschwellungen und Halsbeschwerden beobachtet. Bei Massenbefall kann es zu einer akuten Erkrankung mit Hämoglobinsturz, blutigen Stühlen, Fieber und hoher Eosinophilie kommen.

Chronische Erkrankungen können über Jahre bestehen, da die Würmer bis zu 20 Jahre leben. Beobachtet werden Magen-Darm-Beschwerden, leichtes Fieber, Obstipation, steigende Anämie.

Chronische Infektionen im Kindesalter sind häufig von Wachstumsstörungen begleitet. Bei Kleinkindern können jedoch auch leichtere Infektionen schwerwiegende Krankheitsbilder verursachen.

Therapievorschlag: Mebendazol oder Albendazol.

Wegen teratogener und embryotoxischer Effekte im Tierversuch sollten beide Medikamente nicht im ersten Trimester einer Schwangerschaft gegeben werden.

verwendete Literatur: W. Lang, T. Löscher: Tropenmedizin in Klinik und Praxis, Thieme Verlag, 3. Auflage
H. Mehlhorn, D. Eichenlaub, T. Löscher, W. Peters: Diagnostik und Therapie der Parasitosen des Menschen, Verlag Gustav Fischer, 2. Auflage

Kommentar zur Routinediagnostik:

Die Diagnose erfolgt durch den Nachweis der typischen Eier im Stuhl.

Im Stuhl lässt sich häufig okkultes Blut nachweisen, oft liegt eine Bluteosinophilie vor.

Bei der Suche nach Wurmeiern im Stuhl muss die Präpatenzzeit der entsprechenden Species mitberücksichtigt werden.