• Trichuris trichuria
    auf Darmschleimhaut
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  • Ei von T. trichiura

    SAF-Stuhl

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  • Ei von T. trichiura (beschädigt)

    SAF-Stuhl

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Kurzinformation:Trichuris trichiura (Peitschenwurm)

Vorkommen: Die Trichuriasis ist ubiquitär verbreitet. Die Zahl der Infizierten wird auf 1 Mrd. geschätzt. Die Prävalenz in tropischen Entwicklungländern liegt bei 20-90%.

Übertragung: Die einzige Infektionsquelle ist die Kontamination der Umgebung durch menschlichen Fäkalien. Eine Übertragung direkt von Mensch zu Mensch ist nicht möglich, da die Eier nach ihrer Ablage erst im Freien reifen müssen.

Inkubation: keine Angaben

Präpatenz: >2 Monate

Mögliche Manifestation: Die Mehrzahl der Infektionen ist leicht und asymptomatisch, oder es bestehen lediglich uncharakterische abdominale Beschwerden. Bei stärkerem Befall kann es zu chronischen Durchfällen, Meteorismus, Übelkeit, Erbrechen, Anämie und Gewichstverlust kommen. Die Symptome werden ausgeprägter, wenn gleichzeitig ein Befall mit Askariden oder Hakenwürmern vorliegt.

Bei der Mehrzahl der Fälle liegt eine leichte bis mässiggradige Bluteosinophilie vor, bei ausgeprägten Infektionen besteht meist eine Eisenmangelanämie.

Therapievorschlag: Zur Erzielung hoher Heilungsraten von 90-100% ist eine mehrtägige Therapie mit Mebendazol oder Albendazol erforderlich.

Wegen teratogener und embryotoxischer Effekte im Tierversuch sollen beide Medikamente nicht im ersten Trimester einer Schwangerschaft gegeben werden.

Literatur: W. Lang, T. Löscher: Tropenmedizin in Klinik und Praxis, Thieme Verlag, 3. Auflage.
H. Mehlhorn, D. Eichenlaub, T. Löscher, W. Peters: Diagnostik und Therapie der Parasitosen des Menschen, Verlag Gustav Fischer, 2. Auflage.

Kommentar zur Routinediagnostik:

Die Diagnose der intestinalen Trichuriasis erfolgt durch den Nachweis der typischen Eier im Stuhl.

Bei der Suche nach Wurmeiern im Stuhl muss die Präpatenzzeit der entsprechenden Species mitberücksichtigt werden.