• Eier (Oxyuren) von
    E. vermicularis

    Analkleber

    © LG1

Kurzinformation:Enterobius vermicularis (Oxyuriasis)

Vorkommen: weltweit. Endemisch in der Bevölkerung, gehäuft im Kindesalter.

Übertragung: Der Mensch ist das einzige Reservoir. Die Übertragung ist möglich direkt als fäkal-orale Schmierinfektion oder über mit Eiern kontaminierte Gegenstände und Nahrungsmittel.
Die Infektion kann auch beim Kontakt mit Unterwäsche, Schlafanzügen oder Bettwäsche von Infizierten erworben werden.

Eine Autoinfektion ist vor allem bei Kindern häufig. Als Folge des nächtlichen Analpruritus können Eier über die Hände in den Mund gelangen.

Inkubation: 30-40 Tage

Präpatenz: 4-5 Wochen

Mögliche Manifestation: Die Mehrzahl der Infektionen ist leicht und asymptomatisch. Das häufigste Leitsymptom auch bei leichteren Infektionen ist ein nächtlicher oder anhaltender perianaler Pruritus.

Bei stärkeren Infektionen können uncharakterische abdominale Schmerzen, Durchfälle, Tenesmen und Nausea auftreten.

Bei Frauen und Mädchen besteht oft auch ein Pruritus der Vulva. Fälle mit Vulvo-Vaginitis bei Enterobiasis scheint im Kindes- und Jugendalter häufig zu sein.

Therapievorschlag: Mittel der Wahl sind Mebendazol oder Albendazol. Die Therapie sollte nach 4-5 Wochen wiederholt werden.

Literatur: W. Lang, T. Löscher: Tropenmedizin in Klinik und Praxis, Thieme Verlag, 3. Auflage.
H. Mehlhorn, D. Eichenlaub, T. Löscher, W. Peters: Diagnostik und Therapie der Parasitosen des Menschen, Verlag Gustav Fischer, 2. Auflage.

Kommentar zur Routinediagnostik:

Enterobius vermicularis wird am besten durch den Nachweis der Eier mittels Klebstreifenpräparat diagnostiziert. Der Abklatsch sollte möglichst morgens vor dem Stuhlgang durch mehrmaliges andrücken der Klebseite auf die Perianalhaut erfolgen. Danach den Klebstreifen auf den Objektträger drücken.

Eine Diagnose kann auch durch die Identifikation der adulten Würmer aus dem Stuhl erfolgen. Dabei müssen die fraglichen weissen, 8-15mm langen Würmer mit entsprechendem Hinweis eingesandt werden.

Bei nachgewiesenen Infektionen sollten nach Möglichkeit sämtliche Mitglieder der Familie oder Gemeinschaft untersucht werden, unabhängig der Symptomatik. Eine Therapie sollte alle in engerem Kontakt stehenden Personen erfassen.