• E. histolytica
    / E. dispar

    vegetative Form
    im SAF-Stuhl
    (Jodfärbung)

    © LG1


  • E. histolytica
    / E. dispar

    vegetative Form
    im SAF-Stuhl

    © LG1

Kurzinformation:Entamoeba histolytica – Dispar Komplex

Vorkommen: weltweit

Übertragung: Nahrungsmittel, Trinkwasser

Inkubation: Tage-Jahre

Präpatenz: 4-8 Tage

Mögliche Manifestation: Amoebenkolitis:
Der Übergang vom symptomlosen Zystenausscheider zur milden Amoebenkolitis ist fliessend. Am häufigsten ist eine milde, nichtdysenterische Kolitis mit wechselnder Intensität zu beobachten. Abhängig von der aufgenommenen Infektionsdosis, sowie der körpereigenen Abwehr, kann in seltenen Fällen eine schwere Kolitis oder eine invasive Amöbiasis resultieren.


Therapievorschlag:* Metronidazol und seine Derivate sind die Mittel der Wahl in der Therapie der invasiven Amoebiasis. (extraintestinale und symptomatische intestinale Formen)

Diloxanidfuroat und Paromomycin sind die Mittel der Wahl bei der Darmamoebiasis.
(asymptomatische Zystenausscheider und Nachbehandlung der symptomatischen intestinalen Form)

Bei schweren Formen von Amöbendysenterie muss die Therapie parenteral erfolgen.


Literatur: *W. Lang, T. Löscher: Tropenmedizin in Klinik und Praxis, Thieme Verlag, 3. Auflage.
H. Mehlhorn, D. Eichenlaub, T. Löscher, W. Peters: Diagnostik und Therapie der Parasitosen des Menschen, Verlag Gustav Fischer, 2. Auflage.

Kommentar zur Routinediagnostik:

Nach heutiger Ansicht umfasst die Amoebiasis etwa 10% Infektionen mit pathogener Entamoeba histolytica und ca. 90% nicht–pathogener Entamoeba dispar.

In der Routinediagnostik kann mikroskopisch nicht zwischen E. histolytica und E. dispar unterschieden werden. Die Differenzierung mittels PCR konnten wir noch nicht befriedigend etablieren. (Häufig finden wir in nachfolgenden Stuhlproben keine Zysten mehr.)
Wieweit PCR-Untersuchungen auch ohne den Nachweis von Zysten gerechtfertigt sind, kann noch nicht beurteilt werden.

Wir empfehlen deshalb eine serologische Abklärung. Die hohe Sensitivität und Spezifität heutiger serologischer Methoden erlaubt sämtliche invasive Formen zu erkennen. Im Gegensatz zu Infektionen mit E. dispar werden sogar bei asymptomatischen Zystenausscheidern von E. histolytica häufig signifikante Antikörpertiter beobachtet. Die Antikörperspiegel sind dann jedoch tiefer, als bei invasiven Verläufen.