MitarbeiterInnen:


Hanspeter Hinrikson Abteilungsleitung

Heidi Sifrig Bereichsleitung

Claudia Müller Stv. Bereichsleitung

Iris Mittendorfer

Martina Hautle

Fernanda Teuscher

Cinzia Lima-Costantino

Monika Blättler

Max Rifat Tepe

Margreth Mathys

Angelika Bächler

Renate Kletzhändler

Valérie Frey-Rollain

Jasmin Zampedri

Corinne Hutter

Antibiogramm und Antibiotikum-Wahl

Die Labor-Befunde "sensibel" und "resistent" lassen nicht sicher auf die klinische Wirksamkeit des Antibiotikums schliessen, da diese auch von der körpereigenen Abwehr, Infektionslokalisation u. a. Faktoren abhängt. Das Antibiogramm kann in der Regel nicht sagen, welches Antibiotikum das "beste" ist, sondern nur, welche Substanzen vermutlich nicht wirken.

Der Befund "resistent" ("unempfindlich") bedeutet, dass der Erreger auch bei höchster Dosierung wahrscheinlich nicht eliminiert werden kann.

"Intermediär" ("mässig empfindlich") bedeutet, dass allenfalls bei der Höchstdosierung Wirksamkeit erwartet werden kann.

"Sensibel" ("empfindlich") heisst, dass der Erreger meist mit Normaldosierung erreichbar ist.

Unter den Wirkstoffen, gegen die im Antibiogramm Sensibilität besteht, ist die Wahl des optimalen Präparates vor allem nach folgenden Kriterien zu treffen: therapeutische Wirkung (Bakteriostase/Bakterizidie, Pharmakokinetik, Wirkungsspektrum), Nebenwirkungen (Toxizität, Allergien, Normalflora-Zerstörung), klinische Bewährung, Wirtschaftlichkeit sowie unproblematische Anwendung (Applikationsform).

Antibiotika-Kombinationen sind manchmal für ein erweitertes Wirkungsspektrum bei Mischinfektionen, auch bei schweren Monoinfektionen zur Erzielung synergistischer Effekte erforderlich. Bei Kombinationstherapie muss immer auch die Möglichkeit antagonistischer und gleichgerichteter toxischer Effekte beachtet werden.

Gründe für klinischen Misserfolg bei Empfindlichkeit des Erregers:

o Zu geringe Konzentrationen des Antibiotikums am Infektionsort durch Unterdosierung
o Mangelnde Compliance
o gestörte Resorption des Antibiotikums , Erschwerte Diffusion
o nicht drainierter Abszess
o Immundefekte, Abwehrschwäche, besonders Granulozytopenie
o Schwere Grunderkrankungen
o Fremdkörper (Katheter, Implantate)
o Resistenzentwicklung unter Therapie
o Möglicher Antagonismus von Antibiotika-Kombinationen
o Erregerwechsel oder „Erreger" war nicht Erreger, sondern Kontaminant
o Interaktionen mit anderen Arzneimittel
o Fehlende bakterizide Aktivität des Antibiotikums, die im Einzelfall notwendig sein kann

Resistenter Erreger - klinisch dennoch Erfolg:

o besonders gut zugängliches Kompartiment, z. B. Harnwege
o Spontanheilung, z. B. bei Harnwegsinfekten
o "Erreger" war nicht Erreger, sondern Kontaminant